Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüse mit ihrem schmetterlingsförmigen Aufbau liegt im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes und ist mit einem durchschnittlichen Gewicht von 25 bis 30 Gramm die größte Hormondrüse des Menschen.

Welche Hormone produziert die Schilddrüse?

Obwohl sie relativ klein ist, produziert sie die für die Menschen lebenswichtigen Schilddrüsenhormone: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), sowie Calcitonin. Das Hormon TSH (Thyreotropin) reguliert die Ausschüttung von T3 und T4. Diese sind unter anderem für den Kreislauf, den Stoffwechsel, das Wachstum sowie das psychische Wohlbefinden von Bedeutung. Die Produktion und Abgabe der Schilddrüsenhormone wird im Gehirn durch den Hypothalamus und die Hypophyse gesteuert. Funktionsstörungen der Schilddrüse äußern sich in einem Zuviel oder Zuwenig an Hormonen und die typischen Symptome der Unterfunktion treten auf.

Was geschieht bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Produziert das kleine Organ nicht mehr genügend T3 und T4, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechsel des Körpers und es kommt zu den unten beschriebenen Symptomen. Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt relativ oft auf und zählt zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen. Mit dem Alter nimmt das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion zu.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Wie äußert sich eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Symptome einer Hypothyreose sind vielfältig. Dazu gehören beispielsweise Müdigkeit, Gewichtszunahme, verlangsamter Puls, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und Antriebsarmut.
Zur Feststellung einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgt eine Anamnese (medizinische Vorgeschichte) durch den Arzt, der den Patienten nach einer körperlichen Untersuchung auch einer Blut- und Ultraschalluntersuchung unterziehen wird.

Wie sieht die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion aus?

Die Therapie einer Hypothyreose erfolgt durch die Gabe von Medikamenten wie L-Thyroxin oder Levothyroxin, die den Mangel an Hormonen ausgleichen. Nehmen Betroffene die Medikamente in korrekter Dosierung regelmäßig ein, bleiben sie genauso leistungsfähig wie Personen mit einer gesunden Schilddrüse. Auch die Lebenserwartung wird nicht beeinträchtigt.
Es gibt verschiedene Formen und Ursachen, die zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen können.

Sechs verschiedene Formen der Schilddrüsenunterfunktion

Primäre Schilddrüsenunterfunktion
Häufigste Ursache ist die Zerstörung oder der Verlust des Schilddrüsengewebes, etwa durch eine Autoimmunerkrankung wie die namens Hashimoto Thyreoiditis. Oft tritt die Unterfunktion der Schilddrüse vorzugsweise im Nachgang einer hartnäckigen Schilddrüsenentzündung auf. Auch wenn von der klassischen chronisch verlaufenden Schilddrüsenentzündung zumeist erst Frauen ab dem 40. bis 50. Lebensjahr betroffen sind, bedeutet dies nicht, dass die schleichende Unterfunktion nicht auch jüngere Menschen im Laufe ihres Lebens überraschen kann. Beispielsweise tritt bei fünf bis zehn Prozent aller Frauen unmittelbar nach der Entbindung eine Sonderform der Schilddrüsenentzündung auf, die unter Umständen nicht vollständig ausheilt und auf lange Sicht Probleme verursacht.

Sekundäre Schilddrüsenunterfunktion
Davon spricht man, wenn es aufgrund von Störungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), beispielsweise durch Tumore, zu einer Fehlversorgung der Schilddrüse mit dem Thyreoidea-stimulierendem-Hormon (TSH) kommt. Die Schilddrüse selbst ist dabei völlig in Ordnung. Diese Form der Schilddrüsenunterfunktion ist sehr selten.

Tertiäre Schilddrüsenunterfunktion
Hier liegt eine Störung des Hypothalamus vor, sodass nicht genügend Thyreotropin-Releasing-Hormone (TRH) produziert werden. Dadurch ist der Regelkreis zwischen Gehirn und Schilddrüse unterbrochen und die Schilddrüse wird nicht angeregt, Schilddrüsenhormone zu produzieren. Als Ursachen kommen Anlagedefekte, Tumore oder Entzündungen infrage. Auch diese Störung tritt ebenfalls sehr selten auf.

Medizinische Maßnahmen als Ursache
Wird eine Schilddrüsenüberfunktion nicht mit der notwendigen Sorgfalt behandelt, wandelt sich diese unter Umständen auch schon mal in eine Unterfunktion. Bei Überfunktion gibt man beispielsweise sog. Thyreostatika, also Medikamente, welche die Schilddrüsenhormonproduktion blockieren. Verständlich, dass eine Überdosis dieser Arzneimittel in die Unterfunktion führen kann. Zu den Therapien einer Überfunktion gehört auch die Radiojodtherapie. Das verabreichte radioaktive Jod gelangt gezielt in die Schilddrüse und verursacht dort ein regelrechtes – aber medizinisch erwünschtes – Massaker unter den Schilddrüsenzellen. Bei Knoten in der Schilddrüse (ob bösartig oder nicht) wird oft die gesamte Schilddrüse entfernt (oder Teile davon), was ebenfalls eine Schilddrüsenunterfunktion mit sich bringt.

Jodmangel als Ursache einer Hypothyreose
Jodmangel – oft als Folge einer jodarmen Ernährung - begünstigt die Unterfunktion. Lange Zeit war dies einer der Hauptgründe für Hypothyreosen, denn Jod ist ein wichtiger Baustein von T3 und T4. Seit Speisesalz mit Jod versehen wird, kommt der mangelnden Jodzufuhr als Ursache für Hypothyreose nicht mehr eine so große Bedeutung zu. Es kann sogar passieren, dass sich durch die Zufuhr von höheren Mengen Jod eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse gerade in der Anfangsphase verschlechtert. Bei Vorliegen einer Immunthyreoiditis sollten größere Mengen Jod, wie sie beispielsweise in manchen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind, deshalb eher gemieden werden. Bei schwachen Formen der Schilddrüsenunterfunktion lässt sich diese mit der Verabreichung von Jod gut behandeln – bei schwereren Fällen der Unterfunktion ist die Einnahme von Medikamenten jedoch unerlässlich. Vorbeugen lässt sich eine derartige Schilddrüsenunterfunktion mit einer ausreichend jodhaltigen Ernährung. Dabei ist es jedoch für gesunde Menschen nicht nötig, zusätzliches Jod in Form von Tabletten einzunehmen, da zumeist jodhaltiges Salz zum Kochen verwendet wird und viele der alltäglichen Lebensmittel zusätzlich mit Jod angereichert sind. Insgesamt zählt ein Jodmangel in der Ernährung jedoch eher zu den selteneren Auslösern einer Schilddrüsenunterfunktion.

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion
Von 3.000 bis 5.000 Kindern kommt eines mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt. Zu den häufigen Anzeichen einer angeborenen Unterfunktion zählen eine verminderte Aktivität des Neugeborenen, eine vergrößerte Zunge, hohes Geburtsgewicht oder Trinkschwäche. Um Störungen der körperlichen und geistigen Entwicklung zu vermeiden, muss die Unterfunktion bei diesen jungen Patienten umgehend behandelt werden. Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion kann auch infolge einer genetisch bedingten Störung der Jodverwertung auftreten, das heißt, dem Körper steht genügend Jod zur Verfügung, er kann es jedoch nicht in die Schilddrüsenhormone einbauen.

Diagnose der Unterfunktion der Schilddrüse

Das Blut in Ordnung? Dennoch Symptome vorhanden? Was tun? Die üblichen Blutwerte sind für den Ausschluss einer Schilddrüsenunterfunktion oft nicht ausreichend.
Zuallererst sollte ein versierter Fachmann für Hormonerkrankungen (Endokrinologe) aufgesucht werden. Denn erst eine gründliche Untersuchung kann eine richtige Diagnose und somit eine wirkungsvolle Therapie ermöglichen.

Schilddrüsenunterfunktion mittels Blutuntersuchung diagnostizieren

Zur Erstellung einer konkreten Diagnose muss er sich die Schilddrüse genauestens anschauen, gründlich abtasten und abhören. Anschließend erfolgt eine Blutuntersuchung, bei der die Anzahl der Schilddrüsenhormone T3 (aktives Hormon) und T4 (Speicherhormon) sowie das von der Hypophyse (einer Drüse im Gehirn) freigesetzte TSH bestimmt wird.
Das TSH hat die Aufgabe, die Hormonproduktion der Schilddrüse anzuregen. Befinden sich ausreichende Mengen an T3 und T4 im Blut, stoppt die Hypophyse die Freisetzung des TSH und der TSH-Spiegel im Blutserum sinkt ab. Daher sind hohe TSH-Werte ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion.
Es ist darauf zu achten, dass auch die Werte des freien T3 (fT3) und des freien T4 (fT4) bestimmt werden. Denn nur die freien (nicht an Eiweiße gebundenen) Hormone entfalten im Körper ihre Wirkung. Das alleinige Betrachten des TSH lässt noch keine korrekte Aussage zu. Selbst wenn alle Werte ohne Befund sind, muss das noch nichts bedeuten, sondern stellt manchmal eine trügerische Sicherheit dar. Liegen bei besten Blutwerten die wirklich unverkennbaren Symptome einer Schilddrüsenfunktionsstörung vor, sollte auf einer intensiven Schilddrüsenuntersuchung bestanden werden. Außerdem sollte vor der Therapie der Schilddrüsenunterfunktion die häufige Autoimmunkrankheit Hashimoto ausgeschlossen werden können, etwa durch die Bestimmung der typischen Antikörper im Blut.

Normbereiche der Schilddrüsenwerte

Erwachsene: T4: Erwachsene: freies T4 Erwachsene: T3: Erwachsene: freies T3
5,5-11,0 µg/dl 0,8-1,8 ng/dl 0,9-1,8 ng/ml 3,5-8,0 ng/l
Normwerte für TSH: Normbereiche für TgAK: Normbereiche für MAK: Normbereiche für TRAKhuman:
TSH: 0,3-4,0 mU/l Negativ: <100 U/ml
Grenzwertig: 100-200 U/ml
Positiv: 200 U/ml
Negativ: <9 U/ml
Grenzwertig: 9-14 U/ml
Positiv: >200 U/ml
Negativ: <1 IU/l
Grenzwertig: 1-2 IU/l
Positiv: >2 IU/l


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