Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Eine besondere Bedeutung bei der Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion kommt der richtigen Ernährung zu.

Hohe Nährstoffdichte bei Schilddrüsenunterfunktion

Wichtig für die richtige Ernährung sind Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte, die den Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie essentiellen Aminosäuren decken. Gerade auch, weil eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels und dem damit verminderten Grundumsatz oftmals mit einer Gewichtszunahme einhergeht, ist auf eine angepasste Kalorienzufuhr zu achten.

Neben der Medikamentenempfehlung des Arztes spielt eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle (nicht nur) bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Der bekannteste Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion und der Ernährung ist, dass Jodmangel eine Unterfunktion der Schilddrüse bedingen kann. Bedeutend für die Bildung der Schilddrüsenhormone sind die Spurenelemente Jod und Selen.

Soja in der Ernährung bei einer Unterfunktion der Schilddrüse

Von einem übermäßigen Verzehr von Sojaprodukten ist für Patienten mit Unterfunktion abzuraten, da sie die Funktion und Aktivität der Schilddrüsenhormone zusätzlich einschränken können.

Mineralstoffe und Spurenelemente, die eine Schilddrüsenunterfunktion beeinflussen können

Jod – zentral wichtig für die Bildung der Schilddrüsenhormone

Da die Schilddrüse Jod benötigt, um ausreichend Hormone zu bilden, sollte man darauf achten, eine ausreichende Menge Jod zu sich zu nehmen. Gute Jodquellen sind zahlreiche Fischsorten - wie Schellfisch, Scholle, Seelachs und Kabeljau - auch Meeresfrüchte, Meeresalgen, Brokkoli und Cashewnüsse sowie jodiertes Salz. Grüne Blattgemüse (Feldsalat, Spinat, Brunnenkresse o. ä.) sind ebenfalls Jodlieferanten, genauso wie Champignons und Erdnüsse. Ideal: Sushi.

Der tägliche Jodbedarf des Menschen

Der Jodbedarf des Menschen hängt u.a. vom Alter und speziellen Lebensumständen wie etwa einer Schwangerschaft ab.

15 bis unter 51 Jahre: 51 Jahre und älter: Schwangere: Stillende:
200 µg / Tag 180 µg / Tag 230 µg / Tag 260 µg / Tag


Die Schilddrüse produziert zwei Hormone: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Über diese Botenstoffe steuert sie den Energiestoffwechsel, den Wärmehaushalt, die Gewichtszunahme oder -abnahme und auch die Herzfrequenz sowie den Knochenstoffwechsel und bei Kindern das Wachstum.
Für die Herstellung des T4 und des T3 benötigt die Schilddrüse das Spurenelement Jod. Spurenelemente werden dem Körper mit der Nahrung in geringen Mengen zugeführt.

Vorbeugend wirkt bei den durch einen Jodmangel verursachten Formen der Hypothyreose eine ausreichende Versorgung mit Jod über die Ernährung. In Jodmangelgebieten wie z. B. den Alpen wird eine entsprechende Nahrungsergänzung empfohlen (in Deutschland) bzw. staatlich geregelt. In der Schweiz und in Österreich, aber auch den USA gibt es bereits seit 1920 Gesetze, die die Versorgung mit Jod regeln, z. B. indem sie den Jodanteil in Kochsalz vorschreiben. Der Rückgang von Unterfunktionen wurde dabei mit einem kurzfristigen Anstieg von Schilddrüsenüberfunktionen „erkauft“. Langzeitstudien haben aber ergeben, dass diese vergleichsweise gering ausfallen.

Jod und Hashimoto-Thyreoiditis

Die zwangsweise Jodierung von Lebensmitteln hat möglicherweise auch Nebenwirkungen. So wird seit einiger Zeit beobachtet, dass in den Ländern mit Zwangsjodierung die Erkrankung Hashimoto Thyreoiditis stark zunimmt. Es wird vermutet, dass die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung im Bereich der Schilddrüse, auf ein Zuviel des Jods zurückzuführen sein könnte.

Patientinnen, die unter Hashimoto Thyreoiditis leiden, bekommen daher von ihren Ärzten ggfs. den Rat, auf Seefisch und stark jodhaltige Lebensmittel und Fertiggerichte zu verzichten. Ein kompletter Verzicht auf Jod wird von Experten nicht angeraten.

Jodmangel und Kropf

Fehlt der Schilddrüse Jod, kann sie nicht in ausreichenden Mengen Hormone herstellen und eine Unterfunktion (Hypothyreose) kann die Folge sein. Um das auszugleichen, vermehrt sich das Schilddrüsengewebe und ein Kropf (Struma) entsteht. Man spricht von einer Jodmangelstruma.
Insgesamt ist das heutzutage aber eher selten anzutreffen. Häufigere Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion sind Entzündungen und Autoimmunerkrankungen sowie eine Unterfunktion nach einer Schilddrüsen-Operation- oder Bestrahlung.

Beim Jod gilt: Weniger ist (manchmal) mehr

Ärzte verordnen immer wieder gerne Jodtabletten. Doch Achtung: Die Gabe von Jod sollte nur erfolgen, wenn auch tatsächlich ein eindeutiger Jodmangel, der anhand Urinuntersuchung festgestellt wurde, vorliegt. Denn was geschieht, wenn die Schilddrüsenunterfunktion ein Symptom einer noch nicht erkannten chronischen und immer häufiger diagnostizierten Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis ist?

Dennoch denken viele Therapeuten auch heute noch nicht daran, entsprechende Tests einzuleiten, um diese Krankheit (vor der Jodgabe) auszuschließen. Würde nun eine Hashimoto vorliegen und nimmt der Patient Jodtabletten, kann sich die Krankheit noch beschleunigen.

Leichter Mangel für die Schilddrüse nicht dramatisch

Auch ist bekannt, dass ein leichter Mangel paradoxerweise nicht annähernd so häufig in einer Schilddrüsenunterfunktion mündet wie ein leichter Jodüberschuss durch künstliche Jodgabe. Letzterer nämlich kann die Schilddrüse blockieren und erst recht zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen.
Die Jodgabe ist gründlich zu überdenken – zumal aufgrund der allgegenwärtigen Jodierung von Futtermitteln und Fertiglebensmitteln der Jodgehalt vieler Lebensmittel bereits so hoch ist, dass ein Jodmangel nicht gar so häufig ist wie vielfach angenommen.

Die Spurenelemente Selen und Zink

Fehlt Selen kann unter anderem das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin (T3) nicht aktiviert werden. Selen hat außerdem einen positiven, anti-entzündlichen Effekt auf die Hashimoto-Erkrankung und wird bei dieser Erkrankung in Form von Tabletten verschrieben. Selen- und Zinkmangel, wichtige Spurenelemente für den Schilddrüsenstoffwechsel, treten häufig gemeinsam mit einer Schilddrüsenunterfunktion auf.

optimale Versorgung mit Selen und Zink

Optimal ist es, ca. 60 bis 70 Mikrogramm Selen (enthalten in Fleisch, Fisch, Sesam, Gerste, Sonnenblumenkernen, Petersilie) und 7 bis 11 Milligramm Zink (in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Milchprodukten, Fleisch und Fisch) täglich zu sich zu nehmen. Am besten über natürliche Lebensmittel, da insbesondere eine übermäßige Einnahme von Selen zu einem erhöhtem Risiko führen kann, an Diabetes zu erkranken.

Lebensmittel mit Selen: Lebensmittel mit Zink:
Milch, den Getreidesorten Gerste und Sesam, in Nüssen, Kernen, Gurken und Fisch- sowie Fleischprodukten vor Eiern, Milch und Fleisch, aber auch in Vollkornprodukten, Nüssen sowie Hülsenfrüchten


Zufuhr von Magnesium und Vitaminen


Zusätzlich empfiehlt es sich, für eine vernünftige Zufuhr von Magnesium und Vitaminen (insbesondere die Vitamine B12, A, E sowie D) zu sorgen, da sich diese positiv auf die Symptome der Erkrankung (unter anderem Müdigkeit, Lichtempfindlichkeit, Stoffwechselanomalien) auswirken.

Die Einnahme von Kalzium bei einer Unterfunktion der Schilddrüse

Zwar ermöglicht die Einnahme der Hormonpräparate ein weitgehend normales Leben mit einer Schilddrüsenunterfunktion ohne große Einschränkungen, dennoch gilt es auch Vieles zu achten. Da die Aufnahme des Medikaments durch Kalzium blockiert wird, darf die Einnahme des Präparats nicht in Kombination mit kalziumhaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten oder Fruchtsäften erfolgen. Auch Kaffee sollte nicht in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Einnahme des Medikaments getrunken werden.

Kropffördernde Lebensmittel

Dass ein über längere Zeit anhaltender, ausgeprägter Jodmangel eine Vergrößerung der Schilddrüse verursachen kann ist hinlänglich bekannt. Es gibt Lebensmittel, die die Bildung eines Kropfs (englisch „goiter“) fördern können. Diese „goitrogenen“ Speisen beeinträchtigen den Jod-Stoffwechsel und somit die Schilddrüsen-Hormon-Bildung. Dazu gehören Kohl, Senf, Radieschen, Meerrettich und Bittermandeln.

Die richtige Ernährung beim Abnehmen bei einer Schilddrüsenunterfunktion

Wenn die Schilddrüsenunterfunktion zu einer Gewichtszunahme geführt hat, will frau diese überflüssigen Pfunde natürlich wieder verlieren. Abnehmen funktioniert immer so, dass ein Kaloriendefizit entsteht. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist es besonders wichtig, beim Abnehmen auf eine hohe Nährstoffdichte zu achten, damit keine Unterversorgung mit den genannten Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen erfolgt.

Die Ernährung spielt beim Abnehmen trotz einer Schilddrüsenunterfunktion eine gewichtige Rolle.



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